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22.02.2018Private Müllsammelaktion am Beuneweg
von
Ulrich Friedrich Koch
Zum Anlass

Über viele Jahre hinweg gab es in unserer Gemeinde von der Verwaltung organisierte Müllsammelaktionen. Mangels Beteiligung wurden diese Aktionen eingestellt.
Es gibt aber leider einen Bedarf für solche Aktionen. Der gemeindliche Haushalt wird jährlich mit einem Betrag von etwa 45.000 Euro für die Entsorgung wilder Müllablagerungen belastet. Darin ist die damit verbundene Arbeit noch nicht eingerechnet. Beim Spazierengehen ärgern sich viele über den unschönen Anblick von Dreck an den Wegrändern und Grünstreifen. So geht es mir auch.

Beispielfotos vom Beuneweg am 16. Februar 2018:






Da ich oft den Beuneweg entlang laufe ist mir der Dreck am Wegrand immer wieder aufgestoßen.
Deshalb habe ich mich Anfang Februar 2018 kurzentschlossen an die Gemeindeverwaltung gewandt und um Erlaubnis gebeten, am Beuneweg und im unmittelbaren 'Hinterland' Müll sammeln zu dürfen. Dafür wurden mir stabile Mülltüten zur Verfügung gestellt und der Abtransport des Sammelgutes zugesagt.

Etwas unbedarft legte ich los. Ich glaubte, die etwa 400 Meter Beuneweg zwischen Einmündung der Alsbacher Straße und den Straßenbahngleisen an einem Tag säubern zu können. Wie man sich täuschen kann...
Zwischen dem 8. und 22. Februar sammelte ich 3,5 Tage lang insgesammt 21 Stunden Müll.

Schnell hatte ich die richtige Ausstattung gefunden: Fahrradhelm, Schutzbrille, Arbeitshandschuhe aus Leder, festes Schuhwerk, zwei Fleecejacken übereinander, Arbeitshose, festes Schuhwerk und eine gelbe Schutzweste. Hände, Arme und Beine wurden jedoch trotz schützender Bekleidung stark verschrammt. An Gerätschaften benötigte ich Eimer, Schraubenzieher, Zange, Pflanzschaufel und Heckenschere.





Zur Sammlung

Der Müll ist flächig verteilt. Der Wind weht leichte Teile in das Gebüsch. Anderer Müll wird absichtlich in hohem Bogen in die Pflanzungen geworfen oder im 'Hinterland' abgelegt. Das Gebüsch besteht zu etwa einem Drittel aus dicht wachsenden Brombeersträuchern und zu zwei Dritteln aus einem stacheligen Buschwerk, das ineinander gewachsen ist. Teilweise musste ich mich regelrecht durchwühlen bzw. auf dem Boden entlang robben. Dies wiederum verhinderte, Sammelbehältnisse mitnehmen zu können. Die Teile mussten einzeln herausgeholt werden.
Folgende Müllfraktionen habe ich am Beuneweg vorgefunden:


1. Hundekot
Der gesamte Beuneweg, vor allem im 'Hinterland' ist ein großes Hundeklo. Da kann einem übel werden. Nach dem ersten Tag habe ich aufgehört, die Schuhe zu reinigen. Die 'Tretminen' liegen überall, sind teilweise von Gras überwachsen oder von Müll verdeckt. Dieses Problem begleitete meine gesamte Sammelaktion und erschwerte die Arbeit ungemein.
Einmal traute ich mich, eine Hundeführerin unmittelbar auf das Problem anzusprechen. Ich stieß nicht auf Aggression sondern absolutes Unverständnis, warum der Hund nicht frei herumlaufen und abseits des Weges seine Geschäft verrichten können sollte. Abends auf dem Heimweg zwischen den Schrebergartenanlagen kam ich an einer ganzen Gruppe von Hundebesitzern vorbei. Geschätzt 10 Hunde liefen frei herum. Keiner der Hundeführer hatte sichtbar Tüte und Schaufel bei der Hand.
Ob die wissen, dass es in unserer Gemeinde einen Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit jedes Jahr zwischen 1. März und 30. Juni gibt?

Abhilfe: Mitführen von Schaufel und Tüte zur Entsorgung der Hinterlassenschaft des Lieblings


2. Zigarettenkippen
Die Hinterlassenschaft der rauchenden Mitmenschen finden sich wirklich überall. Scheinbar hat sich nicht herumgesprochen, dass sich Zigarettenfilter erst nach vielen Jahren zersetzen.

Zitat aus Wikipedia:
'Zigarettenstummel stellen eine ernstzunehmende Umweltbelastung dar. Die Zahl der weltweit pro Jahr weggeworfenen Zigarettenstummel wird auf 4,5 Billionen geschätzt. Laut einer Untersuchung der TU Berlin aus dem Jahr 2014 liegen in Berlin auf einem Quadratkilometer Freifläche durchschnittlich 2,7 Millionen Kippen.
Der Zigarettenfilter aus Celluloseacetat zersetzt sich erst nach Jahren, ist jedoch nicht giftig. Die eigentliche Umweltbelastung stammt von den Tabakresten sowie den im benutzten Zigarettenfilter enthaltenen Giftstoffen. Die Filter können bis zu 50 % des im Zigarettenrauch enthaltenen Teers zurückhalten (und folglich später an die Umwelt abgeben). Hinzu kommen die weiteren im Zigarettenrauch enthaltenen Stoffe, die in verschiedenen Anteilen vom Filter zurückbehalten werden sowie die im Resttabak enthaltenen Tabakzusatzstoffe. Belastet werden hauptsächlich Gewässer. Aus einem Stummel können – beispielsweise durch Regen – knapp zwei Milligramm Nikotin in Böden und Gewässer gespült werden.'

Abhilfe: Mitführen von tragbaren Aschenbechern

Eine besondere Variante des vorgefundenen Mülls durch Zigarettenkippen waren Gläser mit Schraubverschlüssen voller Kippen und Asche. Bei meiner Sammelaktion fand ich 15 solcher Gläser. Besonders übel: Die lagen nicht am Wegrand, sondern wurden allesammt in hohem Bogen ins Gebüsch geworfen.






3. Verpackungsmüll
Verpackungen aller Art und Größe aus verschiedenen Kunststoffen fliegen durch die Landschaft und verrotten nicht. Oft mit Reklameaufdruck sieht man selbst kleinste Teile, solange sie nicht überwachsen sind. Das Sammeln ist äußerst mühselig und mit Arbeitshandschuhen fummelig. Auffällig häufig fand ich Verpackungen von Schockolade (Ritter Sport), Bonbons und diversen Lutschpastillen (Vivil Pfefferminz), Behältnisse von Milchprodukten (Müllermilch), Verbundverpackungen für Getränke aller Art, Plastikflaschen für Alkoholika (Kalinskaya) und Brötchentüten.



Abhilfe: Verpackungsmüll in die eigene Tasche und zu Hause in den 'Gelben Sack' entsorgen


4. Plastikfolien verschiedener Art
Plastikfolien aller Art und Herkunft verheddern sich gerne im Gebüsch und 'verschönern' die Landschaft solange, bis das Laub den Mantel des Vergessens darüber breitet. Jedes Jahr vom Herbst bis in den Frühling wird das 'Plastiklammetta' wieder sichtbar. Plastiktüten als Tragetaschen stellen hier den Löwenanteil.

Abhilfe: Verwendung von wiederverwendbaren Tragetaschen möglichst aus recycelbaren Materialien

Eine Besonderheit am Beuneweg sind Fetzen schwarzer Folie, die in großen und kleinen Teilen überall zu finden sind. Da sie weiträumig angetroffen werden, könnten sie eventuell aus landwirschaftlicher Nutzung stammen.
Die hier fotografierte Menge ist nur ein kleiner Bruchteil der vorgefunden Menge schwarzer Folie!




5. Imbiss-Schalen, Getränkebecher und Alufolie
Einweg-Styropor-Schalen und Becher, neuerdings auch aus Polystyrol, werden leider oft achtlos fallen gelassen. Alufolie wird zusammengeknüllt und im hohen Bogen im Gebüsch 'versenkt'.

Abhilfe: Einstecken und zu Hause im 'Gelben Sack entsorgen


6. Weissblechdosen und Kronkorken
Blechdosen sind leicht zu finden, Kronkorken schwer. Letztere werden schnell in das Erdreich eingedrückt.

Abhilfe: Einstecken und zu Hause im 'Gelben Sack entsorgen


7. Papier und Karton
Papier ist vorallem in zwei Formen zu finden: Prospekte aus Zeitungsbeilagen und nicht mehr benötigte Fahrscheine. Außerdem fallen die Überreste von Neujahrsböllern auf.

Abhilfe: Zu Hause in der blauen Tonne oder in den Abfallbehältern an den ÖPNV-Haltestellen entsorgen

Spezielles Problem sind ganze Packen von Werbematerialien, die unverteilt im Gebüsch landen. Sechs solcher Packen habe ich noch mit unversehrten Kunststoffverschnürungen vorgefunden, einer davon war durchweicht und nicht mehr vollständig zu bergen.


Die Müllfraktionen aus den Beschreibungen unter 3. bis 7. habe ich in 8 großen Müllsäcken gesammelt.
Hier sehen Sie einen Teil davon.




8. Glas
Glasflaschen liegen bis auf die kleinen 'Flachmänner' meist nicht offen herum sondern landen ebenfalls im Gebüsch. Hier sind auffällig: Bier-, Wodka-, Sekt- und Jägermeisterflaschen. Viele davon sind zerbrochen. Die Scherben werden ins Erdreich gedrückt. Sie sind schwer zu finden und schwierig wieder auszugraben. Aufgelesen und gezählt habe ich etwas mehr als 210 Glasflaschen zuzüglich geschätzt 40 Schraubgläsern.





Abhilfe: Glaskontainer am Ende des Beunewegs vor den Schrebergärten


9. Sperrmüll, Elektroschrott und Baustellenabfälle
Der Aufwand, solchen Müll in der Landschaft zu 'entsorgen', ist ungleich größer, als dies gemäß den üblichen Verfahren zu tun.





Abhilfe: Sperrmüll-Sammlung, Azur (zwischen Eberstadt und Nieder-Ramstadt) und Fa. Johann Winczy neben der Kompostierungsanlage (zwischen Sandwiese und Hähnlein)


Positive Überraschung war folgender Sachverhalt: Ich habe auf dem gesamten Areal kein Spritzbesteck gefunden!




Sonderfall Rückseite der Brombeerhecke an der Einmündung der Alsbacher Straße in den Beuneweg

Auf der Rückseite der Hecke konnte ich von der Alsbacher Straße aus Müll erkennen. Das war nur möglich, weil die Hecke noch nicht belaubt ist. Den Müll wollte ich eben schnell einsammeln. Nachdem ich mich hinter die Hecke gekämpft hatte, stelle sich der gefunden Claim als äußerst ergiebig heraus:





Nach und nach sammelte ich an dieser Stelle u.a. 96 Glasflaschen und eine große Menge alter Weissblechdosen, teilweise ins Erdreich getreten oder überwuchert. Allein an dieser Fundstelle arbeitete ich 2,5 Stunden. Die Bescherung kann nachstehend bewundert werden.



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